vorläufiger Veranstaltungsplan – online

02.08., Mittwoch

  • Anreise und Eröffnungsrunde
  • abends: Film oder Doku

03.08., Donnerstag

  • vormittags/mittags: Arbeitsprojekte; Lesung & Büchertisch auf Theaterplatz
  • 15-17Uhr: “Was ist Antisemitismus” vom apabiz
  • 16-18Uhr: Anja Thiele: “Jüdische Erfahrung der Shoah in der DDR-Literatur”
  • abends: Film “… dass das heute noch immer so ist – Kontinuitäten der Ausgrenzung”

04.08., Freitag

  • vormittags/mittags: Arbeitsprojekte; Lesung & Büchertisch auf Theaterplatz
  • 15-17Uhr: Mathias Wörsching zu “Eine allgemeine Einführung in Faschismustheorien”
  • 16-18Uhr: Vortrag zu Ideologiekritik
  • abends: WebDoku “Im Märkischen Sand” – Teil 1, ohne Filmgespräch

05.08., Samstag

  • vormittags/mittags: Arbeitsprojekte; Lesung & Büchertisch auf Theaterplatz
  • 15-17Uhr: Andreas Kemper “Die Völkische Geschichtspolitik der AfD”
  • abends, 20:30/21Uhr: Theater Distomo

06.08., Sonntag

  • vormittag/mittag: Zeitzeugengespräch mit Justin Sonder
  • (14)15-(16)17Uhr: Katrin Antweiler mit Vortrag zu Kritik an deutscher und europäischer Gedenkpoltik (nach 1990)
  • ab frühestens 18Uhr, spätestens 20Uhr: Sebastian Vaupel mit Thesenworkshop zu Kritik an deutscher Gedenkpolitik

07.08., Montag

  • vormittags/mittags: Arbeitsprojekte; Lesung & Büchertisch auf Theaterplatz
  • 15-17Uhr: Workshop ( Titel und Beschreibung kommen noch)
  • 16-18Uhr: in Planung
  • abends: WebDoku “Im Märkischen Sand” – Teil 2, mit Filmgespräch

08.08., Dienstag

  • vormittags/mittags: Arbeitsprojekte; Lesung & Büchertisch auf Theaterplatz
  • 15-17Uhr: in Planung
  • abends: Diskussionsrunde zu “Wie weiter nach dem Antifa Camp?”

09.08., Mittwoch

  • Abreise
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Zeitzeugengespräch: Justin Sonder – Ich wollte überleben

Sonntag, 06.08., vormittags

Justin Sonder wurde am 18. Oktober 1925 in Chemnitz als Sohn einer Hausfrau und eines Kaufmanns und Weinvertreters geboren. Bereits in seiner Kindheit war er mit wachsendem Antisemitismus konfrontiert, erlebte in Chemnitz die Pogromnacht am 9. November 1938. Später erlernte den Beruf des Kochs und musste von Herbst 1941 bis Februar 1943 Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb in Chemnitz leisten. Am 27. Februar 1943 wurde Justin Sonder verhaftet und ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort überlebte er unvorstellbare Zustände, Hunger, Schläge, Zwangsarbeit und insgesamt 17 Selektionen. In mehreren Todesmärschen gelangte Justin Sonder schließlich im April 1945 ins fränkische Wetterfeld, wo er am 23. April 1945 durch die amerikanische Armee befreit wurde. Am 19. Juni 1945 kehrt Justin Sonder gemeinsam mit seinem Vater in seine Heimatstadt zurück, wo er seitdem lebt.

Reportage

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Vortrag : Grundlagen – Was ist Antisemitismus?

Donnerstag, 03.08., 15-17Uhr

„Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Mond sicher“, meinte die Philosophin Hannah Arendt im Jahr 1945. Seit den Gräueltaten der Nazis und ihrer Verbündeter sind über 60 Jahre vergangen und doch ist Antisemitismus in Deutschland weiterhin präsent. Dabei haben sich vielschichtige Erscheinungsformen des Antisemitismus im Laufe der Geschichte vermischt und Vorurteile und Ressentiments, die bis heute präsent sind, hervorgebracht.

Im Workshop werden die Erscheinungsformen erläutert und Licht ins Dunkel der Begriffsverwirrungen gebracht. Schwerpunkte liegen auf den Kontinuitäten und Diskontinuitäten antisemitischer Stereotype sowie der aktuellen Betrachtung von Antisemitismus in Form von Kritik am Staat Israel.

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v. – apabiz

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Theaterprojekt: DISTOMO – Unbeglichene Schuld(en)

Samstag, 05.08., abends

Am 10. Juni 1944 überfällt eine deutsche SS-Einheit das griechische Dorf Distomo und ermordet 218 Dorfbewohner*innen. Die Täter werden strafrechtlich nie verfolgt, die umgerechnet 28 Millionen Euro an eingeklagten Entschädigungsansprüchen nie gezahlt. Das Stück spannt den Bogen von dem historischen Ereignis des Überfalls durch die SS, über die hartnäckigen Zahlungsverweigerungen seitens Deutschlands bis zu den juristischen Kämpfen der Überlebenden.
Verwendet werden Dokumente, die Zeugnis über die SS-und Wehrmachtsverbrechen in Griechenland ablegen, Auskunft über deutsche Politik in Entschädigungsfragen geben und den Verlauf der langwierigen Prozesse der Entschädigungskläger*innen nachvollziehbar machen. Thematisiert wird außerdem der Umgang Deutschlands mit den Tätern, die ohne Furcht vor Strafverfolgung leben konnten und sich bis in die 1980er Jahre ungehindert öffentlich versammeln durften. Das Theaterstück richtet sich gegen diese Abwehrstrategien, erinnert an die Opfer deutscher NS-Massaker und solidarisiert sich mit den finanziellen und politischen Forderungen der Überlebenden.

Das Stück

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Vortrag: Andreas Kemper – Die völkische Geschichtspolitik der AfD

Samstag, 05.08., 15-17 Uhr

Im Geschichtsbild der AfD offenbart sich deren stramm völkisch-nationalistische Ausrichtung. Parteiveröffentlichungen sowie Äußerungen von Mitgliedern knüpfen immer wieder gezielt an geschichtsrevisionistische Diskurse um einen “Schlussstrich” unter die deutsche Vergangenheit an. Der Soziologe Andreas Kemper beschäftigt sich mit Klassismus, Antifeminismus und der völkischen Rechten in Deutschland im Allgemeinen. Er ist Autor mehrerer Publikationen zur Alternative für Deutschland und verfolgt deren Aktivitäten von Beginn an.

Andreas Kemper ist ein deutscher Publizist und Soziologe mit den Themenschwerpunkten Bildungsbenachteiligung, Klassismus, antifeministische Männerrechtsbewegung sowie Alternative für Deutschland.

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Mathias Wörsching zu “Eine allgemeine Einführung in Faschismustheorien”

Freitag, 04.08., 15-17Uhr

Mathias Wörsching betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und schreibt Artikel und Aufsätze zum Thema (u.a. im „Antifaschistischen Infoblatt“). Er wird 2017 ein Einführungsbuch zu Faschismustheorien in der Reihe „theorie.org“ veröffentlichen. In der Faschismustheorie geht es um die Beschreibung und Erklärung von Faschismus als politischer Ideologie, Bewegung, Herrschafts- und Praxisform in der globalen kapitalistischen Moderne. Faschismustheorie liefert keine direkte Anleitung für antifaschistische Strategie, aber ganz ohne theoretische Orientierung ist antifaschistische Strategiebildung wiederum auch nicht zu haben. Nur eins von vielen Problemen dabei ist, dass die Bezeichnung „Faschismus“ innerhalb und außerhalb der politischen Linken häufig als reiner Kampfbegriff verwendet und dadurch entwertet wurde und wird. Die Veranstaltung soll versuchen, zumindest ein bisschen Klarheit in die begriffliche Verwirrung zu bringen.

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Filmvorführung und Diskussion: “Im Märkischen Sand – Nella sabbia del Brandeburgo”

Freitag, 04.08., abends (Teil 1 ohne Filmgespräch)
Montag, 07.08., abends (Teil 2 mit Filmgespräch)

Im April 1945 erschießen Angehörige der Wehrmacht 127 italienische Zwangsarbeiter einer Munitionsfabrik in Treuenbrietzen, Brandenburg. Ein deutsch-italienisches Filmprojekt beleuchtet die Aufarbeitung dieses lange vergessenen Kriegsverbrechens und das Schicksal der rund 650.000 Italienischen Militärinternierten, die nach dem 8. September 1943 zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert wurden.

Webdoku von Katalin Ambrus, Nina Mair und Matthias Neumann. out of focus Filmproduktion.
D 2016. imidoc.net

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Der Bereich „geplante Projekte“ wurde aktualisiert

Auf der Gedenkstätte wurden folgende Projekte genehmigt:

Der Steinbruch

Der Bahndamm / Weg der Erinnerung

Die “Halde 2”

Archivarbeit

In der Weimarer Innenstadt wurden Lesungen und ein Büchertisch für den Zeitraum des Camps angemeldet.

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Film: “… dass das heute noch immer so ist – Kontinuitäten der Ausgrenzung”

Donnerstag, 03.08., abends

Der Dokumentarfilm „…dass das heute noch immer so ist – Kontinuitäten der Ausgrenzung“ schildert exemplarisch die Geschichte von Verfolgung und Stigmatisierung sogenannter Asozialer im Nationalsozialismus.
Maria Potrzeba wurde vorgeworfen, eine sexuelle Beziehung zu dem polnischen Zwangsarbeiter Florian Spionska zu haben. Sie war zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Nach einem Verhör durch die Gestapo wurde sie in das Jugendkonzentrationslager Uckermark eingeliefert. Die polnischen Zwangsarbeiter Florian Spionska und Josef Goryl wurden öffentlich gehängt.
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Vortrag: Jüdische Erfahrung der Shoah in der DDR-Literatur

Donnerstag, 03.08., 16-18Uhr

Obwohl die staatliche Erinnerungspolitik der DDR die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus marginalisierte, gab es eine heute fast in Vergessenheit geratene Erinnerung an die Shoah aus jüdischer Perspektive im Medium der Literatur. Nicht wenige wichtige Schriftsteller_innen der DDR waren jüdischer Herkunft und hatten im Exil oder in den Lagern den Holocaust überlebt. Autor_innen wie Arnold Zweig, Stephan Hermlin, Jurek Becker und Günter Kunert setzten sich, entgegen einer weitverbreiteten Meinung der deutschsprachigen Germanistik (und anderen Disziplinen), in ihren Texten öffentlich mit der jüdischen Erfahrung der Shoah auseinander. Trotz Zensur und literarästhetischer Maßstäbe bot die „schöne“ Literatur einen Raum, die jüdische Herkunft mit dem antifaschistisch-sozialistischen Selbstverständnis in Bezug zu setzen.

Am Beispiel dreier signifikanter Texte – Stephan Hermlins Erzählung „Die Zeit der Gemeinsamkeit“ (1949) über den Warschauer Ghettoaufstand, Fred Wanders „Der siebente Brunnen“ (1971) über die Buchenwalderfahrung eines jüdischen Häftlings und Jurek Beckers „Der Boxer“ (1976) über die Nachkriegserfahrungen eines jüdischen KZ-Überlebenden in der DDR – sollen im Vortrag drei paradigmatische Wege aufgezeigt werden, wie die spezifisch „jüdische“ Erinnerung an die Shoah mit dem hegemonialen antifaschistischen Widerstandsnarrativ verbunden wurde. Es zeigt sich, dass die Literatur über die Shoah von jüdischen DDR-Schriftstellern nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf ästhetischer Ebene in ganz eigener Weise zur deutschsprachigen Holocaustliteratur beitragen.

Anja Thiele ist Literaturwissenschaftlerin und promoviert an der Universität Jena über „Repräsentationen der Shoah in der DDR-Literatur“

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